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Instrumentenliebe

Liebe Klavierfreundinnen und -freunde,
kaum jemand spricht in Bezug auf das Klavierspiel von den intimen Momenten, die eine Emotion hervorrufen, die mit einem Glücksgefühl und einer Liebe zur Musik und zum Instrument zusammenhängen. Meist wird über Anforderungen, über das richtige Spiel, die Spielhaltung am Instrument und die Mühen geschrieben und gesprochen, die das Spiel am Klavier mit sich bringt.
Doch sind wir einmal ehrlich: Wenn es keine Liebe zum Instrument gäbe, dann würde sich wohl kaum jemand abmühen, sich Stunden und Stunden am Instrument mit Musik beschäftigen, um ein gutes und befriedigendes Ergebnis zu erzielen.
Doch die Liebe zum Instrument geht viel weiter, als es nur zu spielen. Es ist ein Fels in der Brandung des Lebens, ein Ruhepol, auf den man sich verlassen kann. Wenn man die Tasten anschlägt passiert emotional etwas mit einem, etwas, das die Reize und die kaum zu beschreibende Magie der Musik ausmacht. Und dass das Klavier dabei das wohl beliebteste Instrument ist, versteht sich von selbst, denn wenn man eine Taste anschlägt, entsteht nicht nur ein Ton, sondern ein Klang mit all seinen Facetten.
Ohne auf die physikalischen Besonderheiten eines Klangs mit dem Ein- und dem Ausschwingverhalten und dessen Obertonreichtum einzugehen, ist der Klang eines Klaviers etwas Besonderes. Wenn man eine Taste einmal niedergedrückt hält und dem Verlauf des Klangs lauscht, dann erkennt man, welche Welten sich allein dort schon auftun. Wenn man dann einen Akkord spielt, wird dieser Klang umso größer. Kein Wunder, dass man behauptet, dass ein gutes Klavier eine ganze Welt an Klängen produzieren kann, dass es – wenn der Spieler die innere Vorstellungskraft in den Klang gibt – alle Farben eines Orchesters widerspiegeln kann.
Und wenn man sich all dies einmal genauer anhört, sich dem Instrument und seinen Möglichkeiten hingibt, dann entsteht eine Liebe zum Instrument, die eine enge Bindung darstellt. Leider ist ein Klavier aber schwer und kaum zum Transport geeignet. Daher vermisst man als Klavierliebhaber auch sein Instrument, wenn man unterwegs ist, wenn man im Urlaub ist und auf diese Klangerlebnisse verzichten muss. Erst in diesem Moment des Vermissens verspüren wir wirklich, was uns das Instrument in den heimischen vier Wänden bedeutet, unabhängig von den vielen frustrierenden Momenten, die uns beim Üben belasten. Aber ohne Mühe auch keine wahre Liebe …
Carsten Dürer
- Chefredakteur PIANONews -