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Magazine

03.06.2026

Individualisierung von Instrumenten

Fine-Tuning eines Klaviers

Liebe Klavierenthusiastinnen und -enthusiasten,

es wird Zeit: Zeit für individuellere Instrumente. Es ist in den vergangenen Jahrzehnten seitens der Hersteller ein wenig aus der Mode gekommen individuellere Instrumente im Handel anzubieten.

Da die Industrialisierung aus dem 20. Jahrhundert sich auch im 21. Jahrhundert fortsetzte, wurden die Gehäuse immer stärker vereinheitlicht. Das führte dazu, dass man kaum mehr im Handel das eine schwarze Klavier, oder den einen schwarzen Flügel von dem anderen unterscheiden konnte.

Selbst Fachleute schauen gerne unter die Tastenklappe, welche Schriftzug von welchem Hersteller dort steht.

Doch mittlerweile sind die Massenverkäufe längst obsolet, sind einige der Hersteller sogar auf ihre zwar teureren aber individuelleren Instrumente angewiesen, um überleben zu können. Mögen diese dann „Crown-Jewels“ oder anders heißen: sie haben ein individuelles Erscheinungsbild. Und das scheint ganz gut zu funktionieren. Einige gehen auch wieder zu bunten Gehäusen über, um sich aus der Masse abzuheben.

Schaut man auf den Markt der gebrauchten Instrumente, dann sieht man alte, wunderschöne Furniergehäuse, die attraktiv aussehen, andere Gehäuseformen, die den Käufer dazu animieren, sich mit einem bestimmten Instrument zu beschäftigen. Doch wer hat schon Spaß daran, sich durch das Angebot von schwarzen Klavieren im Fachhandel zu spielen, um die Unterschiede auszumachen?

Gerade bei Anfängern oder Wiedereinsteigern am Klavier wäre es sicherlich sinnvoll, wieder unterschiedliche Optiken anzubieten, damit man weiß, dass man dieses Klavier nicht an jeder Ecke wiederfindet, sondern man sich emotional individuell mit „seinem“ Instrument identifizieren kann. Diese emotionale Ebene wurde für lange zeit ausgeblendet, da es einfacher ist, schwarze Instrumente in Serie herzustellen als sich Gedanken über die Bedürfnisse und die Lust an anderer Optik der Kunden Gedanken zu machen. Da wird oftmals gesagt, dass halt 90 Prozent der Klaviere, die verkauft werden, schwarz sind. Das liegt allerdings auch am Angebot. Wenn man natürlich für ein anders aussehendes Instrument gleich mehrere tausend Euros mehr verlangt, dann kann das nicht funktionieren. Man muss schon ein attraktives Angebot machen.

Wenn der Klaviertechniker dem Kunden genau zuhört, erkennt dieser ja auch, dass jeder Kunde einen ganz besonderen Anschlag und einen besonderen Klang seines Instruments erwartet. Warum sollte sich das nur auf die Technik im Instrument beziehen? Immerhin wäre der emotionale Zugang an das Instrument ein anderer, wenn man es sich ausgesucht hat, wie man es haben will, nicht wie es angeboten wird …

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