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Magazine

13.07.2026

Klavierbauer – ein Beruf mit Zukunft

Fine-Tuning eines Klaviers

Liebe Klavierinteressierte,

ich erinnere mich an meine Jungendzeit, als ich mit gerade einmal 18 Jahren damit haderte, welche Art von Ausbildung ich nach dem Abitur angehen sollte. Auch der Klavierbau stand dabei einmal zur Disposition. Ich voluntierte also einen Tag in einer großen Werkstatt vor Ort, die auch ausbildete.

Doch als ich Interesse zeigte, war klar, dass es in der gesamten Umgebung meiner Heimatstadt über ein oder zwei Jahre keinen freien Ausbildungsplatz gäbe. Also entschied ich mich Musikwissenschaft zu studieren und meinem Hobby Klavierspiel weiterhin zu frönen.

Doch wie hat sich diese Situation verändert: Heutzutage gibt es viele Werkstätten, die Auszubildende suchen. Doch wo wird überhaupt noch ausgebildet? Früher gab es viel mehr Werkstätten, denn fast jeder Händler hatte eine eigene Werkstatt, um seinen Kunden auch den Service für die Käufer, die bei ihm ein Instrument erstanden hatten, zu bieten. Daneben hatten die großen Herstellerbetriebe auch ein Interesse daran, sich selbst um ihren Nachwuchs für die Fabriken und Manufakturen zu kümmern.

In den 1990er Jahren begannen dann immer mehr Händler aufgrund von Kostenstrukturen, ihre Werkstätten aufzugeben und outzusourcen, was soviel bedeutete: Man hatte freie selbstständige Klavierbauer, die für ein oder zwei Fachgeschäfte den Service übernahmen. Auch den Außendienst, also die Stimmungen bei den Kunden wurden ihnen übergeben. Und natürlich haderten gerade die Klavierbaufirmen nach der Wirtschaftskrise 2008 erstmals mit Ausbildungsplätzen. Und heute?

Wir befinden uns seit zwei Jahren wiederum in einer schwierigen Zeit für den Absatz von Klavieren und Flügeln. Also haben auch jetzt viele der noch existierenden Klavierbaufirmen die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze zurückgefahren. Was bedeutet das für die Zukunft? Ist der Beruf des Klavierbauers nicht mehr attraktiv, nicht mehr überlebensfähig?

Der Austritt von vielen der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben kann kaum mit den wenigen neuen Klavierbauern und Klavierbaumeistern aufgefangen werden. Ein Trend, der sich noch fortsetzt. Das waren seit Jahren absehbar, aber es gab anscheinend keine genügende Attraktivität für diesen Beruf, der so stark in unseren Zeitgeist passt, denn kaum ein anderer Beruf bietet ein Arbeitsfeld, wo es so stark um Nachhaltigkeit geht …

Doch es scheint das zu passieren, was man in anderen Handwerksberufen seit vielen Jahren feststellen kann: Die Attraktivität des Berufs scheint zu schwächeln. Natürlich: Es ist ein Beruf, der – wie Schumacher, oder spezialisierte Drucker, Tischler etc. – körperlich anstrengend sein kann.

Dennoch gibt es im Beruf des Klavierbauers sehr viele positive Arbeitsfelder, die man entsprechend herausstellen muss. Denn der Schwund an Nachwuchs in diesem Beruf ist nicht neu, sondern erhält mittlerweile alarmierende Tendenzen. Dagegen muss man sich stellen. Kunden, die Instrumente besitzen, ebenso wie die Verantwortlichen für die Ausbildung müssen gemeinsam handeln, um nun diesen Beruf für junge Menschen entsprechend der tatsächlichen Arbeit attraktiv darzustellen. Nur auf diese Weise wird der Klavierbau an allen Fronten gewinnen.

Carsten Dürer
- Chefredakteur PIANONews -

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